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Ilona Selke über Interspezien Kommunikation

Ich holte schnell Luft und tauchte kurz unter die Oberfläche des türkisen, warmen Wassers, hier in Key West Florida, mitten im Meer, wo der Sandboden nur knapp zwei Meter unter mir hell leuchtete.

Ein Delphin aus der kleinen Gruppe war auf mich zu geschwommen und kreiste um mich herum. Es war atemberaubend sein Auge auf meine fixiert zu erleben. Etwas unbeholfen versuchte ich mich aufrecht unter Wasser aufzustellen, denn ich wollte ausprobieren, was Don mit einem Delphin schon gestern erlebt hatte.

Don, mein Mann, den so einige schon aus meinen anderen beiden Büchern über Delfine kennen, hatte am vorherigen Tag ein enormes Erlebnis gehabt. Als ein Delphin auf Don zu geschwommen war, hatte der Delfin sich seltsamerweise senkrecht im Wasser aufgestellt und als Don mit seinen angewinkelten Armen dann auch noch dem Delphin zugewinkte, hatte der Delphin ihm auf die gleiche Weise mit seinen Flossen zugewinkt. Es war eine Geschichte, wie aus einem Film. 

Noch NIE hatten weder Don noch ich dieses Verhalten von freien Delfinen in unserem bald 1000 Stunden des Schwimmens mit freien Delphinen je erlebt. 

Es sah fast wie eine Komödie aus, der Delfin und der Mensch, die sich unter Wasser gegenüber standen, und sich sprachlos Zeichen gaben, dass sie einander verstanden.

Dieses Erlebnis war so außergewöhnlich, dass ich gleich am Nachmittag, als ich mit meiner Gruppe für den halben Tag aufs Meer ging, das gleiche selber ausprobieren wollte. Als ein Delfin auf mich zu schwamm, stellte ich mich, wie Don es getan hatte, auch unter Wasser aufrecht, winkelte meine Arme an, wackelte mit ihnen und wartete. Nichts! Keine Kommunikation! Absolut Nichts! 

Bald aber gab es eine zweite Chance. Ein Delphin kam auf mich zu und ich stellte mich erneut unter Wasser aufrecht, winkelte meine Arme an, und winkte einem Delphin zu. Fast verschluckte ich mich, als der Delphin sich direkt vor mir aufrecht stellte und mir sage-und-schreibe mit seinen Flossen zuwinkte. Es erinnerte mich an den Film mit ET, die Kommunikation zwischen zwei ähnlich intelligenten Spezimen, die nicht die gleiche Sprache sprachen. Wohlgemerkt, diese Geste war eine bewusst freiwillige, untrainierte Geste, kein Zirkustrick.

Ich hatte schon viele kreative Versuche unternommen um den Kommunikationscode zwischen Delphinen und Menschen zu knacken. Die Intelligenz der Delphine wird oft gepriesen, aber leider zu oft wird der Delphin eher wie ein dressierbares intelligentes Tier, das in Wasserparks die Menschen amüsierte, ausgenützt.

Vor allem allerdings war die Kraft der Telepathie zwischen Delphinen und Menschen meine beliebtesten Methode durch konkrete Experimente zu beweisen, wie intelligent die Delphine tatsächlich sind, und damit Menschen zu inspirieren den Delphinen einen menschenwürdigen Status zuzugestehen und gar von ihnen zu lernen.

Viele dieser telepathischen Erlebnisse beschreibe ich in meinen Büchern, eingebettet in das Verstehen, wie unser Leben ein Spiegel unserer Inneren Welt ist.

Ob es behinderte Kinder waren, die sich vorher genau ausmalten, wie sie mit „ihrem“ Delphin schwimmen wollten, oder ob es, wie meistens in unseren Gruppen, Erwachsene waren, die sich einen Lebenstraum erfüllten, die meisten Menschen erkennen den verblüffenden Zusammenhang zwischen dem was wir uns als Endziel mit den Delphinen vorstellen und was wir dann anschließend, durch den Kontakt mit den Delphinen bestätigt, erleben. 

Durch Telepathie und die Sprache unseres Herzens und Seele können wir scheinbare Trennung sei sie zwischen Menschen, Tieren, Nationen oder gar Distanzen, überbrücken und Gemeinsamkeit miteinander fühlbar erleben und teilen. Das ist unser Evolutionsschritt, das ist unsere Zukunft!

Geschrieben von Ilona Selke Autorin der Bücher WEISHEIT DER DELPHINE;  FREI WIE EIN DELPHIN; 

ALIN und die WUNSCHFEE

Mehr Infos: www.ilonaselke.de