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Interview mit Pat Kallas "It's simply love"

Pat, wie kamst du zum Singen?

Ich habe mit Anfang Zwanzig eine rhytmische Ausbildung begonnen. Ich lernte vor allem Afro und Latinrhythmen. Mein Lieblingsinrtument waren Congas.
Ab Dreißig kamen mir dann einzelne Melodien in den Sinn. Mein Selbstbild war aber: Ich kann nicht singen und da ich keine Kenntnisse von Musiktheorie hatte und habe, konnte diese Songs, die mich immer öfter begleiteten, nur andere singen.

Durch was kam die Wende?

Ich spielte viele Jahre in der Trommelband Kalahari und irgendwann bei einer Generalprobe, sang ich der Band einen Song von mir vor. Sie fanden das gut und zwei Wochen später sang ich meinen ersten Song „ Mother Earth“ live. Ich habe heute noch eine besondere Beziehung zu ihm, da er mein erstes „ Baby“ war und ich in der Zwischenzeit zur Mutter Erde eine innige Beziehung entwickelt habe.

Wie komponierst du deine Songs, wenn du z.B. nicht nach Noten singen kannst?

Dieser Vorgang ist sehr berührend für mich. Ich nehme z.B. eine Kalimba in die Hand, spiele einen neuen Rhythmus darauf und fange an zu improvisieren. Nach kurzer Zeit erkenne ich, wenn ein neuer Song kommen will und ich singe ihn zu Ende. Dann nehme ich ein Aufnahmegerät und wiederhole den Vorgang. Ich spüre dann in den Song hinein und es kommt eine Geschichte und ein Titel dazu.

Wie kannst du den Song immer wieder „abrufen“?

Ich muß nur noch den Titel innerlich aufrufen, den passenden Rhythmus dazu spielen und dann kommt der Song immer wieder. Gott sei Dank! Ich glaube, ich kann mir meine Songs über mein Körperbewusstsein merken. Vielleicht „erinnere“ ich mich auch nur.

In welcher Sprache singst du?

Diese Sprache kommt wahrscheinlich aus demselben „Raum“, woher auch die Songs kommen. Sie ist mir sehr vertraut und ich kann mit ihr wunderbar improvisieren. Es gibt viele spannende „Anekdoten“ darüber aber wesentlich ist die Energie, die ich empfinde beim Singen.

Welche Energie meinst du?

Die Menschen sind ja meist sehr berührt in meinen Konzerten oder auch, wenn sie meine CD „It’s simply love“ hören. Meine Musik ist nur das Medium. Schöne Songs, die man gern hört und darüber transportiere ich z.B Liebe, Weite, Mitgefühl mit sich selbst, daheim angekommen zu sein usw. Jeder Song hat eine eigene Energie und z.B „Dein Herz spricht immer zu dir“ hat die höchste Herzenergie von allen. Er ist auch weltweit der am meisten gehörte Song.

Erzeugst du die Energie bewusst?

Die Einstimmung ist wie bei allem im Leben wesentlich. Irgendwann wurde mir dieser Prozess bewusst. ich fühlte mich beim Singen „ anders“ und die Reaktion der Zuhörer war offensichtlich. Dann erlebte ich mit der Zeit und durch viel Singen diese Einstimmung als ganz natürlich und heute


dauert es nur eine Sekunde und ich bin in der Energie. Das ist, wie wenn man oft meditiert. dann ist die Einstimmung auch viel leichter.

Was hast du vor deinem Leben als Musiker gemacht?

Ich wurde schon früh Vater und musste mit Zwanzig Jahren eine Familie ernähren. Ich begann mit dem Verkauf von Räucherstäbchen und Duftölen und später kamen Klamotten dazu. Irgendwann hatte ich eine Modeagentur in Sindelfingen und machte dort Karriere.

Wann kam die Wende zur Musik?

Meine Musik hat mich immer begleitet. Es gab viele starke Impulse, die mich auf den Weg führten. Ich nahm meine Songs ja immer auf und eine Freundin, die beim WDR arbeitete, bereitete eine Themenwoche mit dem Thema „Wüste“ vor. Ich schickte ein Demoband, im Wohnzimmer mit einfachster Technik aufgenommen an den WDR und sie engagierten mich für einen Liveabend in Köln.

Bis dahin glaubte ich aber nicht, dass die „Energie“ auf einer CD kopierbar ist.
In einem Urlaub in La Gomera traf ich eine Frau, die mir das Gegenteil erzählte. Ich glaubte ihr und nahm kurz danach Gesangsunterricht bei einem wunderbaren Gesangslehrer und viele Jahre später erschien meine erste CD „It’s simply love“. Im Moment produziere ich meine zweite CD. Sie erscheint Ende 2015.

Wer begleitet dich bei deinem Konzert beim One spirit festival?

Hier auf dem Festival und auch schon auf vielen Konzerten begleitet mich Camu C. Strempel aus Tübingen. Er spielt vor allem Gitarre und Percussions. Wir verstehen uns auf eine besondere Weise und sind beide sehr intuitive und naturverbunde Musiker.