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Interview mit Sundaram

Wann hast Du den Schatz Deiner Stimme entdeckt?

Das Singen begleitet mich seit meiner frühesten Kindheit in der Familie. Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir als Kinder zusammen mit meiner Mutter z.B. an Weihnachten zu alten Menschen gegangen sind und ihnen Weihnachtslieder vorgesungen haben. Als Kinder fanden wir das natürlich nicht so spannend, aber im Nachhinein war es eine wertvolle Erfahrung, für die ich meiner Mutter sehr dankbar bin. So richtig entdeckt habe ich den Schatz aber erst in der Verbindung mit den Mantras. Und ich kann nur jeden ermuntern, dies auch zu tun.

Fühlst du Dich als Kanal, wenn Du die Mantren singst, oder wie spürst Du das?

Ich fühle mich eigentlich eher als eine Schale, die sich immer mehr anfüllt mit der Musik und dem Klang und dann aus der Fülle heraus überfließen kann. Natürlich beinhaltet die Vorstellung eines Kanals letztendlich genau dasselbe, aber es besteht die Gefahr, dass man nichts für sich selbst zurück behält. Ich finde es aber wichtig, aus dem inneren Reichtum heraus zu geben. 

Wir alle haben ja zwei grundsätzliche Herzensbedürfnisse: einerseits das Bedürfnis nach Geborgenheit und Vertrautheit und andererseits das Bedürfnis nach Entwicklung und Freiheit. Und diese beiden Bedürfnisse scheinen sich im Leben oft auszuschließen. Das gemeinsame spirituelle Singen ist für mich eine wunderbare Möglichkeit, beide Grundbedürfnisse in einem Augenblick zu erfüllen. Ich bin bei mir, spüre, dass ich selbst das Instrument bin, nehme die Vibration wahr. Ich kann auch eine zweite Stimme dazu singen und so etwas Eigenes, Wahrnehmbares beitragen. Aber gleichzeitig bin ich aufgehoben in dem Gesamtklang und bade sozusagen in der gemeinsamen Schwingung, die den Raum erfüllt. 

Du sagst, es geht darum, achtsam zu leben. Wie setzt Du das für Dich um?

Hm, das ist eine schwierige Frage: Es ist und bleibt ein Versuch. Natürlich spielt konkret die ökologisch-vegetarische Ernährung eine unabdingbare Rolle in meinem Leben, auch die Entscheidung, kein eigenes Auto zu besitzen oder Strom und Gas aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Aber vor allen Dingen geht es natürlich um einen achtsamen Umgang mit dem, was mich gerade umgibt. Es ist selbstverständlich wichtig, die Umgebung so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte. Es ist aber auch wichtig, sich selbst so zu behandeln, wie man gerne von der Umgebung behandelt werden möchte. Es ist und bleibt ein Versuch, der Versuch immer wieder in den Zuhörmodus zu kommen.

Was sind Deine Pläne für die Zukunft?

Ich freue mich sehr auf die neue Jahresgruppe, die im Mitte Juni im Seminarhaus Parimal bei Kassel beginnt. Ansonsten habe ich ein neues Projekt: Zusammen mit Katyayani von Yoga Vidya habe ich eine meditative Yogastunde mit Mantras im Flow entwickelt.

Auf all das freue ich mich sehr.

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