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Satyaa & Pari: “Lass’ es gehen und lass' es fließen”

Einen Artikel zu schreiben ist immer eine gute Gelegenheit sich hinzusetzen und nichts zu tun. Oder? Man kann sich natürlich auch tausend Gedanken machen und sich etwas “Interessantes” einfallen lassen oder etwas zeitlich Passendes zum Thema machen. Da gäbe es doch wieder mal Vieles, was sich dafür eignete. Die Politik, beispielsweise, bietet zur Zeit viele mögliche Themen, sowohl diesseits als auch jenseits des Atlantiks. Dort erlässt ein Präsident fast täglich Dekrete, die er trotzig vor den laufenden Kameras der Welt unterschreibt und anschließend stolz hochhält; Dekrete, die soviel vermeintlich Erreichtes wieder zunichte machen - anscheinend. Man könnte natürlich auch alte Ladenhüter über spirituelle Themen aufgreifen. Da gäbe es eine unendliche Vielfalt aus westlichem, östlichem, nördlichem oder auch südlichem Gedankengut. Treibholz ausgequetschter Hirnwindungen am Strand der ewigen Rastlosigkeit. Gibt es einen Gott, gibt es ein Jetzt, ein Hier - und wenn ja, dann warum? Man kann es aber auch sein lassen. All dies und das. Zur Ruhe kommen, Stille genießen und Alles sein lassen. Verstehend: “Es ist ja eh´ schon so, wie es ist”.

Dieses Sein lassen hört sich einfach an, ist nicht jedermanns Sache. Schnell tauchen die Fragen auf nach der
 “eigenen Gestaltungskraft in der Welt”, wir sind doch “Schöpfer” u.s.w. Mein "Sein Lassen" ist nicht Resultat einer Resignation, allgemeiner Denk-Faulheit oder spirituell verkleideten Desinteresses am weltlichen Geschehen.
Es handelt sich um aktives Verstehen und Akzeptanz, dass die Räder der Welt sich ständig weiter drehen. Dies tun sie ja sowieso und es handelt sich um die Hingabe an alles Geschehende als göttliches Wirken. Mein eigenes Wirken oder Nicht-Wirken ist letztlich auch nicht persönlich zu nehmen. Die Folge dieser Hingabe ist ein entspanntes Herz und auch die Bereitschaft, bei Bedarf sich jederzeit aktiv zu beteiligen und zu manifestieren.

In unseren Angeboten, ob in Konzerten, Satsangs und Seminaren laden wir eigentlich immer hierzu ein: komm, entspanne dich und ruhe dich aus, am Ufer des fließenden Lebens. In einem unserer Lieder singen wir: “Let your heart find peace and rest right now and here in the One”.

Ramana Maharshi, der große indische Meister und Weise vom heiligen Berg Arunachala, ist eigentlich hauptsächlich dafür bekannt, dass er die Selbst-Erforschung mit Hilfe der Frage “Wer bin ich?” in den Vordergrund stellte. Dies nannte er “Atman-Vichar”, Selbst-Erforschung. Er betonte aber stets, dass es sich hierbei nicht um eine ständige Wiederholung dieser Frage handele, sondern um eine stille Erforschung des eigenen Herzens. Es genüge, sich diese Frage zu stellen und auf die Antwort aus den Tiefen des Herzens zu warten. Sehr oft betonte er jedoch auch die Bedeutung der direkten Hingabe, etwa durch das Singen der Namen Gottes. So sagte er einmal zu jemanden, der ihn nach der Bedeutung vom Mantra-Singen fragte, folgendes:

 “Das Selbst besitzt viele verschiedene Namen - Atman, Gott, Kundalini, Mantra, u.s.w. Benutzt du irgendeinen davon, manifestierst du das Selbst. Mantra-Singen führt nach gewisser Zeit zur Eliminierung aller anderer Gedanken und zur Konzentration auf das Mantra, welches schließlich zum Selbst verschmilzt und als dieses fortwährend scheint!”
Das, woran man denkt - und in noch stärkerem Maße - das, was man besingt, wird zum Objekt der höchsten Hingabe.
Der historische Gautama Buddha fängt die Unterweisung seines “Dhammapadas” mit den Worten an: "wir werden zu dem, was wir denken.”
Hier braucht es also keine Angst vor Gedanken oder eine allzu frühe und meist sehr kopflastige Überwindung des denkenden Geistes. Was hier gut tut, ist, den Nutzer -
neudeutsch den “user” - zu kennen!
Ich zum Beispiel liebe Mangos - je reifer und süßer, desto besser.
Und ich habe beobachtet, wie der Verstand funktioniert: wenn man reife Mangos liebt, braucht man nur an Mangos zu denken und schon läuft einem das Wasser im Mund zusammen!

Sei herzlich entspannt und umarmt!

Satyaa und Pari

 

©  Bild Axel Hebenstreit