Podiumsdiskussion

Podium 2012: Die Teilnehmer

"Ich bin erleuchteter als Du, näher dran, war bei soundsovielen Meistern - noch zu Lebzeiten in ihrem Ashram - meditiere jeden Morgen eine Stunde im Lotus-Sitz.."
So oder so ähnlich klingt es, wenn wir uns neue Formen des Aus- und Abgrenzens schaffen auf dem spirituellen Weg. Nicht mehr materieller Gewinn und Konkurrenz stehen nun im Vordergrund unseres Strebens nach Erfolg und Anerkennung.
Die spirituelle Suche wird zum Selbstzweck - wir sammeln spirituelle Erfahrungen wie Rabattpunkte im Supermarkt - und sind damit dann (vermeintlich) ein Stück näher am Himmel, an der Erfüllung, der Befreiung, der Wahrheit, unserem Meister und der Erleuchtung. Unsere Suche bringt uns damit wieder ins Außen - und nicht in die Tiefe der inneren Erfahrung von Stille, Frieden und Unendlichkeit.
Spirituelle Entwicklung führt - auch nach dem "Aufwachen" nicht automatisch zu einer Befreiung von der Persönlichkeitsstruktur. Im Gegenteil - auch bei vielen "Meistern" werden die persönlichen Strukturen durch Projektion und Hingabe ihrer Schüler (und ganz besonders Schülerinnen) eher verstärkt - von spiritueller Befreiung kann dann nicht mehr die Rede sein.

Die Vita der Teilnehmer
und der Autoren ergänzender Beiträge      

 Christian Meyer

Diplom-Psychologe, geb. 1952, lebt mit seiner Frau Dr. Angelika Winklhofer und deren beiden Kindern in der Nähe von Berlin, arbeitet als spiritueller Lehrer und Therapeut.
Seine Arbeit ist einfach, klar und direkt. Er nutzt das Enneagramm, Körpertherapie, NLP, Hypnose, Familienaufstellungen und die Gestalttherapie. Mehrere Jahre Lehrtätigkeit an Universitäten in Hamburg und Berlin.
Als er nach vielen Jahren der spirituellen Suche 1998 seinen Lehrer Eli Jaxon-Bear - in der Tradition von Sri H.W.L. Poonjaji und Ramana Maharshi - traf, erkannte er seine wahre Natur und unterstützt seitdem Menschen, die den Wunsch nach vollständiger Freiheit und Selbstverwirklichung haben.
Er arbeitet an der Verbindung von Spiritualität und Therapie und ist an der Beziehung der verschiedenen spirituellen Wege interessiert.
Info: www.zeitundraum.org

Annette Kaiser

wurde 1948 in Zürich, in der Schweiz geboren; sie ist verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Nach einem Studium in Volkswirtschaft war sie längere Zeit in der Entwicklungszusammenarbeit tätig und engagierte sich in der „Frauenfrage“. Gleichzeitig begann sie eine Ausbildung in Tai Ji und Qigong und gründete, zur Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern, die Tai Ji DO-Schule.
17 Jahre lang war sie Schülerin von Irina Tweedie, einer englisch-russischen Sufilehrerin. Seit 1998 führt Annette Kaiser mit ihrer Erlaubnis den Sufipfad der Naqshbandiyya Mujaddidiyya-Linie weiter und begleitet Menschen auf diesem Pfad.
Sie ist spirituelle Leiterin der Villa Unspunnen in der Schweiz und der Windschnur in Deutschland und entwickelte den „Integralen Übungsweg DO“. Ihr besonderes Anliegen ist die transkonfessionelle Spiritualität, welche ein offenes, waches Da-Sein als natürlichen Ausdruck einer integralen Lebensweise meint. Das 21. Jahrhundert ist für sie eine Aufforderung an den Menschen, sich als Teil des Ganzen und das Ganze zugleich zu verstehen und in kollektiver Weisheit schöpferisch zu werden.
Info: www.villaunspunnen.ch

Madhukar

Erleuchtung – oder die Suche danach – war es nicht unbedingt, eher der Drang nach großer innerer Freiheit, der Madhukar in frühen Jahren um die Welt trieb. Auf seinem langen Weg fand er schließlich zum Yoga der Stille, der wohl ältesten und zugleich effektivsten Anleitung zum Glücklichsein.
Seit Tausenden von Jahren nennt man eine hohe Form des Yoga „Advaita“, Einssein. So heißt nun auch das aktuelle Buch von Meister Madhukar. In jährlich über 250 Veranstaltungen beweist der ehemalige TV-Journalist heute weltweit, dass innere Stille als Quell nachhaltige Zufriedenheit spendet, dass Erleuchtung erlebbar ist.
Einzigartig bei Madhukar ist, wie er das heilige Wissen vergangener Zeiten in das heutige Leben transformiert. Menschen, die ihm erstmalig begegnen, sind oft positiv überrascht, in ihm einen spirituellen Meister mit modernem Lebensstil zu treffen. Im Yoga der Stille schließen sich Wahrheit und Lebensfreude nicht aus.
1957 in Stuttgart geboren, stellte Madhukar sich bereits in jungen Jahren spirituelle Fragen, die auch während seines Studiums (Philosophie und Wirtschaftswissenschaften) unbeantwortet blieben.
Nach einer Einsseinserfahrung im Himalaya und einem Nahtoderlebnis wurden sie noch dringlicher. 1985 erlebte er dann ein spontanes Kundalini-Erwachen. Madhukar beendete daraufhin seine TV-Karriere, lehrte Meditation und Hatha-Yoga, wurde Schüler des Dzogchen-Meisters Namkhai Norbu und fahndete weiter nach absoluter Wahrheit. Die Suche endete 1992 in Indien. Dort traf er seinen Guru H.W.L. Poonja, den „Löwen von Lucknow“, aus der Meisterlinie des berühmten Weisen Ramana Maharshi. Seit 1997 gibt es Yoga der Stille mit Madhukar in 25 Ländern.
Madhukar: »Nichts als Liebe.«
Info: www.madhukar.org

Katharina Ceming

Dr. Dr. Katharina Ceming ist außerplanmäßige Professorin an der Universität Augsburg sowie freiberufliche Seminarleiterin und Publizistin. Nach ihrem Studium der katholischen Theologie und Germanistik an der Universität Augsburg und einer Promotion im Fach Philosophie zu Meister Eckhart und Johann Gottlieb Fichte, habilitierte sie 2002 in Fundamentaltheologie mit einer Studie zur mystischen Theologie im Christentum, Hinduismus und Buddhismus. Im Anschluss an eine dreijährige Professorentätigkeit an der Universität Paderborn erwarb sie im Jahr 2009 mit einer Arbeit über das Verhältnis von Menschenrechten und Religionen noch einen theologischen Doktortitel. Katharina Ceming beschäftigt sich seit vielen Jahren neben den religiösen, philosophischen, kulturellen und sozialen Aspekten der Weltreligionen besonders mit Mystik und Spiritualität. Im April 2008 erhielt sie den Mystikpreis der Theophrastus Stiftung. Mit ihrer Fähigkeit, komplexe Sachverhalte auch interessierten Laien nahezu bringen, gelang es ihr, in ihrer mehr als zehnjährigen Lehrtätigkeit unterschiedlichste Personen- und Altersgruppen für philosophische und spirituelle Fragen zu begeistern.
Neben einer regen Vortrags- und Seminartätigkeit ist sie zudem Autorin erfolgreicher Bücher.
Info: www.quelle-des-guten-lebens.de

Wolf Schneider

Autor, Redaktions- und Seminarleiter, Humorist und Geschäftsführer. In diesen Funktionen ist Wolf ein kritischer, sprachbewusster Beobachter aller kulturellen Phänomene, auch des Religiösen. Das eigentlich Spirituelle oder Mystische besteht in seinen Augen darin, entsprechend der buddhistischen These des Anatta auch die persönliche Identität als etwas Inszeniertes zu betrachten.
Als Folge davon geht es ihm darum, »den authentischen, wesentlichen Kern des Menschseins aufzudecken in seinen vielfältigen Äußerungen in Kunst, Wissenschaft und Religion, egal unter welchen Überschriften er sich zeigt« – und davon in der Zeitschrift connection zu berichten.
Info: www.schreibkunst.com