Podiumsdiskussion

Manfred Mohr

Sich selbst verwirklichen oder die Welt verändern?
 
Kaum jemand in mitteleuropäischen Raum hat den Zusammenhang zwischen inneren Vorgängen und unserer äußeren Wirklichkeit so auf den Punkt gebracht wie Meister Ekkehard durch seinen Ausspruch: „Wie innen, so außen. Und wie außen, so auch innen.“ Was die Mystiker unseres Mittelalters bereits wussten, bekommt mittlerweile auch in unsere aktuelle Welt wieder einen wachsenden Stellenwert. Mittel zum Zweck ist dabei das hawaiianische Hooponopono. Über die Anwendung dieser ritualisierten Vergebungstechnik werden sich im Moment sehr viele Menschen darüber bewusst, mit allem Geschehen in ihrem Leben verbunden zu sein. Auch, wenn dies zumeist unbewusst geschieht. Beim Hooponopono mache ich mir dazu meine eigene Verantwortung an einer Sache bewusst und verzeihe mir dabei gleichzeitig. Ein Problem in meiner äußeren Welt, das oftmals nicht lösbar erscheint, verwandelt sich dabei zu einem Problem in meinem Inneren, mit dem ich mich versöhnen und an dem ich arbeiten kann.
 
Hooponopono ist dabei vor allem ein Instrument praktizierter Selbstliebe. Je mehr ich mich mit mir und meiner Welt versöhnen kann, umso mehr fühle ich mich mit allem verbunden und gewinne andere Menschen wie auch mein Schicksal zum Freund. Wenn ich mich selbst liebe, werde ich danach trachten, diese Liebe auch nach außen zum Ausdruck zu bringen. Die Liebe in meinem Inneren zeigt sich dann immer mehr in meiner Haltung, meinen Handlungen und meinen Taten. Damit wird auch ein weiteres Zitat von Meister Ekkehard erklärbar: „Alle Liebe dieser Welt ist auf Selbstliebe begründet.“ Liebe kann ich erst zeigen, wenn ich sie in mir kultiviert habe. Ohne die Liebe zu mir selbst wird es mir schwerfallen, andere Menschen wirklich gern zu haben. Darum ist das Einüben von Selbstliebe die vielleicht wichtigste, sicher aber auch eine der schwersten Herausforderungen auf dem Weg hin zu einem glücklichen, selbstbestimmten Leben. Damit die Welt insgesamt in der Lage versetzt wird, sich hin zu mehr Liebe und Mitgefühl entwickeln zu können, ist jeder Einzelne gefragt. Jeder Einzelne kann täglich durch die Praxis des Hooponopono und dem damit verbundenen Wachstum der Selbstliebe vor der eigenen Türe kehren, um damit ein Licht anzuzünden, das auch für viele andere Menschen strahlt.

Manfred Mohr