Fabian Wollschläger

Ich habe lange auf öffentliche Selbstdarstellungen von mir verzichtet, da dir keine autobiografische Skizze mehr über mich verraten könnte, als die Bilder, die ich in den leeren Raum zwischen den Zeilen meiner Bücher zeichne. Trotzdem wünschen sich immer mehr Leser, dass ich Licht auf die Schatten meiner Vergangenheit werfe.

Sofern auch du dir ein Bild von der Hülle gewünscht hast, aus der ich mich entfaltet habe, ist dies deine Manifestation.

Ich bin seit 25 Jahren in diesem Körper, auf dieser Welt.

 

Ich konnte in meiner Kindheit meist unbeirrt heranwachsen, denn meine Mutter zog mich und meine vier älteren Geschwister alleine groß. So standen uns nie die finanziellen Mittel im Weg, welche den Blick auf die wahre Schönheit des Lebens erschweren können. Trotzdem erinnere ich mich, wie ich damals unter dem Glauben litt, dass wir arm seien. Heute weiß ich, wir hätten nicht reicher sein können. Nie habe ich einen Menschen kennengelernt, der reicher war, als meine Mutter. Immer schon kannte sie das Geheimnis des Reichtums, ohne es zu wissen. Der höchste Wert im Leben ist die Liebe, denn nur dieses Vermögen wächst, wenn wir es teilen.

Da ich mich in jüngeren Jahren noch nicht erkannte, nahm ich, statt zu geben. Ich zehrte an meinen Freunden, meiner Familie und an mir. Deswegen verzehrte mein Leben mich. Ich verlor mich in weltlichen Süchten. Diese Süchte trugen verschiedene Namen. Doch letztendlich dienten sie alle der Betäubung, um mich nicht spüren zu müssen. Bis ich schließlich alles verlor, was ich gewonnen hatte.

Als ich am Boden lag, bereit, um in das letzte Loch zu fallen und gewiss, dass es das erste war, das keinen Boden mehr besaß, wurde ich gerettet. Ein Engel erschien und trug mich aus meiner Hölle. Durch sie lernte ich zu fliegen. Bis heute begleitet sie mich und reicht mir ihre Hand, wenn der Wind droht, mich von meinem Weg abzubringen.

 

Mein Weg? Das bist du. Du, der diese Zeile liest. Ich habe mich dazu entschlossen, mein Leben dem Wandel der Welt zu widmen. Sonne und Regen zu spenden, damit sich die Samen unserer Erde aus dem Beton der Vergangenheit erheben und sich als Blumen des Lebens offenbaren.

Zu Anfang hatte ich mir für meine Lebensaufgabe gewünscht, meiner tiefen Anziehung für die Vollkommenheit von Bildern zu folgen. Allerdings reichten meine malerischen Fähigkeiten nie aus, um mein Innerstes so nach außen zu kehren, dass die Menschheit mich hätte verstehen können. Deswegen lernte ich eine andere Sprache und male seitdem meine Bilder mit Worten.

Nun, das ist sie. Die kurze Geschichte hinter meinen Worten. Und die lange Geschichte hinter mir. Es ist eine Vergangenheit, vielleicht ähnlich, wie die deine. Darum bist du es auch, für den ich schreibe. Alles, was ich erschaffe, findet den Weg zu mir, weil es mein Wunsch ist, den Weg zu dir zu finden. So möchte ich mit dir die Augen teilen, die es mir ermöglichen, die Welt und ihre Wunder zu sehen.

 

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